Stress-Lexikon
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Stresslexikon: Alles über V wie Vermeiden von Stress

Verhaltenstherapie - Vermeiden von Stress - Vertrauen

 

 

 

Verhaltenstherapie:

Psychologisches Verfahren, um mit z.B. einem Stressauslöser klarzukommen, ohne ihn vermeiden oder entfernen zu können. - folgt -

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Vermeiden von Stress:

Vermeiden von Stress erscheint als nützliche Idee, um Stressfolgen, die die Lebensqualität und Gesundheit beeinträchtigen auszuschließen. Dieser fromme Wunsch ist jedoch nur teilweise umzusetzen, denn nur die Stressfaktoren, die im eigenen Einflussbereich liegen, können ausgeschaltet oder abgeschwächt werden. Gerade Führungskräfte und direkte Teammitglieder haben hier ein großes Potenzial, Stressquellen für Mitarbeiter und Kollegen gar nicht erst ins Wirken kommen zu lassen. Z. Beispiel: Muss die “kurze” Zwischenfrage, die die Konzentration des Befragten stört, genau jetzt sein?

Prozessoptimierung ist seit Jahren ein großes Thema für die meisten Unternehmen. Alle Prozesse zu kennen, zu beschreiben und deren Einhaltung zu überwachen darf jedoch nicht nur auf dem Papier stehen. Stress entsteht oft, wenn Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderliegen. Wenn z.B. zu wenige Beschäftigte ein Ziel erreichen sollen, wenn Mitarbeiter nicht qualifiziert genug sind, sowohl das Unternehmensziel bzw. die entsprechenden Teilziele und gleichzeitig menschengerechte Arbeitsbedingungen im Auge zu behalten. Eine einfache, ernst gemeinte Befragung aller Arbeitenden im Unternehmen, was sie bräuchten, um weniger Stress bei der Arbeit zu haben, kann Kosten sparen (Krankheit, Fehlerhäufigkeit, mangelnde Kreativität, unfreundlicher Kundenkontakt etc.) und unter dem Strich mehr Gewinn (monetär und immateriell: Glück, Zufriedenheit, Gesundheit etc.) bedeuten. Gerade Unternehmen mit tiefschwarzen Zahlen können einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gewinnen, indem sie als “dienender” Arbeitgeber dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter alles Nötige bekommen, um eine gute und für sie selbst befriedigende Arbeitsleistung zu erbringen. Und diese weder nach der Arbeit halbtot auf die Couch sinken, noch unzufrieden sind, weil sie ungerecht schlecht bezahlt werden, obwohl das Unternehmen gute Gewinne einfährt. Die Angst, krank zu werden und kein Geld zu haben sind wie fast alle Ängst existenzielle Stressfaktoren. Jeder möge sich selbst an die Nase fassen und schauen, wo er oder sie an und für sich leicht zu vermeidenden Stress für andere erzeugt.

Nicht geiziges Kosten-sparen am Mitarbeiter, sondern deren Kaufkraft durch angemessene Bezahlung steigern, bringt wirtschaftlichen Aufschwung in Europa! Dann macht auch der Kapitalismus wieder Spaß. Das Erzeugen und Einhalten ethischer Arbeitsstandards inkl. Umweltschutz und nachhaltiger Energieerzeugung und -nutzung schafft Arbeitsplätze und stärkt die nicht nur die inländische Wirtschaft. Stressvermeidung als Schutz des Lebendigen bedeutet auch, unsere Umwelt nicht weiter zu schädigen und knappe Ressourcen unnötig auszubeuten. Stressvermeidung im volkswirtschaftlichen Sinne heißt auch, politisch und gesellschaftlich zu unterbinden, dass einzelne Lobbygruppen auf Kosten des lebendigen Gesamtsystems aller Menschen (Europa, Welt) ihre Einzelinteressen durchsetzen und damit drohen, dass Arbeitsplätze verloren gehen, wenn ... oder wenn nicht ... Das Recht des (wirtschaftlich) Stärkeren ist immer noch kein demokratisches Prinzip, sondern Handeln auf Stammhirnniveau (Macht, Gier), das den menschlichen Fähigkeiten nicht angemessen ist. Transhumanismus ist da keine Lösung, sondern eine Vermeidung humanistischer Prinzipien.

Doch auch jeder Mensch selbst ist gefordert, den Stress, den er sich selbst macht, also selbst induzierte Überforderungen für sich auszuschalten. Dazu gehören das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen, auch wenn das der Arbeitsvertrag gar nicht fordert. Jeder kann seinen Kalender so planen, dass Wichtiges als erstes eingetragen wird. Und wer ist die wichtigste Person im eigenen Leben? Alle Anforderungen von Außen, die angeblich dazu zwingen, sich selbst immer hintenanzustellen, müssen hin und wieder unter die Lupe genommen werden. Coaching kann hier helfen, denn die kulturell verankerten Ansprüche der Arbeitswelt sitzen mittlerweile tief im Überzeugungssystem vieler Menschen. Jeder Mensch lebt auf seine Überzeugungen zu, sei diese Vision nun positiv oder negativ. Das ist kein esoterischer Quatsch, sondern Tatsache. Überzeugungen lassen sich aufdecken, ergründen und auch verändern - von jedem Menschen selbst, evtl. mit Unterstützung anderer. Ein Mensch, der genau weiß, was er will und welchen Sinn sein Tun hat und der sich zutraut, die Herausforderungen seines (Arbeits-) Lebens zu bewältigen, wird in hohem Maße gesund sein (s. Salutogenese). Dieser Mensch ist so eins mit sich und seinem Ziel, dass er zu vermeidenden Stress schnell erkennt und sich vom Leib halten kann. In der Übertreibung führt die hohe Selbstidentifikation mit sich und seinen Zielen jedoch zu Egoismus, Gier und vielleicht Selbstausbeutung und Bewertung von Netzwerkpartnern nach deren Nutzen. Balance bedeutet, allen (lebens-) wichtigen Faktoren zu unterschiedlichen Zeiten gleiche Gültigkeit zuteil werden lassen. Angemessen hoher Stress und dann Bewegung, Erholung, gutes Essen und Pflege bereichernder menschlicher Kontakte machen das Salz in der Suppe. Kein Stress, jegliches Vermeiden von Herausforderungen und keine Neugier, den eigenen ausgetretenen Pfad (oder den anderer) einmal zu verlassen ist keine Balance, sondern hat die Qualität eingeschlafener Füße mit früher oder später entsprechender Geruchsentwicklung. Leben  heißt lebendig sein. Deshalb ist es wichtig, den eigenen Rückzug zur permanenten Stressvermeidung als Vorboten von Burn-out zu erkennen, und sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Stress gehört zum Leben. Nur wer tot ist, hat keinen Stress.

Natürlich gibt es auch Stressfaktoren, die man gern vermeiden würde, aber es nicht kann, weil ein vielleicht nicht zu beeinflussender Verursacher (Chef, Kunde, Globalisierung) dafür verantwortlich ist. Hier greift die 2. Stufe von Stress-Toleranz-Management: Nicht abzustellende Stressfaktoren managen, in den Griff kriegen, abschwächen, ableiten u.s.w.

Konflikte zwischen Anforderungen können schnell zur Überlastung führen. Dann ist der Stress vielleicht hausgemacht (entsteht im eigenen inneren) beruht vielleicht aber (zusätzlich) auf ungenügender Personaldecke, gerade in der Urlaubszeit oder bei Krankheit von Kollegen oder auf Vorgesetzten, die keine klaren Prioritäten setzen, so dass alles gleich wichtig erscheint und der Einzelmensch sich vor dem riesigen Berg von lauter gleichzeitig (allein) zu erledigenden Aufgaben sieht.

Die bösen Organisationsstrukturen sind natürlich ein beliebter Sündenbock. Jedes Teammitglied hat aber auch ein Eigenleben. Eine Persönlichkeitsstruktur und erlernte Werte, die sein Denken, Handeln und seine Kommunikationskultur mit sich selbst und anderen bestimmen. Und Gefühle. Dies gilt für Frauen und Männer jeglichen Alters! Ab und zu ins eigene Innere zu gehen, um dort nachzusehen, ob vielleicht so ein zarter Perfektionismus den Wert der eigenen Arbeitsergebnisse vor der eigenen inneren Kritik-Instanz schmälert, hilft Stress zu vermeiden. Aber auch das Bewusst-machen des eigenen Fundamentalismus in Sachen, welche einzige Möglichkeit es angeblich gibt, ein Thema zu bearbeiten oder ein Problem zu lösen. Niemand ist absolut, nichts ist völlig sicher und: alle Menschen machen immer wieder einmal Fehler. Eine Teflon-Persönlichkeit, an der angeblich alles abprallt, ist eine Erfindung des Persönlichkeitsmarketings. Das dauernde Aufrechterhalten von Schutzschilden z.B. über einseitige Kommunkation nur über Fakten der Arbeitsaufgabe kostet Energie. Energie, die für Privatleben und persönliches Glück in individueller Ausprägung nicht mehr zur Verfügung steht. Krankheit macht ehrlich, und Stress ist der Weg dahin. Im Leben ein bisschen sterben üben, heißt loslassen überzogener Ansprüche an sich selbst und andere und ein wenig menschlicher werden. Die Folgen dieses Bewusstseinstrainings werden überraschend sein. Mehr wird nicht verraten. Ein regelmäßiger Hausputz der inneren Regeln und Gesetze hilft jedem Menschen, Stress zu vermeiden.

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Vertrauen:

- folgt - Bis dahin s. Misstrauen